Geschichte des Schlosses
Schloss Droyßig entstand aus einer mittelalterlichen Burganlage des 13. Jahrhunderts und wurde im 17. Jahrhundert zum Renaissanceschloss umgebaut.
Mittelalterliche Ursprünge
Die Geschichte von Schloss Droyßig beginnt Anfang des 13. Jahrhunderts, als Albert von Turt, ab 1190 als Albrecht von Droyßig bekannt, eine Burg zur Sicherung eines wichtigen Straßenkreuzungspunktes errichtete. 1214 gründete er hier eine Niederlassung der Chorherren vom Heiligen Grab, nicht des Templerordens, wie gelegentlich fälschlich angegeben wird . Die ursprüngliche Burg war einzigartig in Deutschland: Sie besaß einen doppelten Mauerring, sechs Halbrundtürme und einen zentralen runden Bergfried, der einen weiten Ausblick gewährte. Der Zugang erfolgte über eine Zugbrücke zwischen zwei Türmen.
Besitzerwechsel und Umbauten
Von 1344 bis 1413 residierten die Grafen von Orlamünde im Schloss. Danach war es bis 1622 im Besitz der Herren von Bünau und anschließend der Familie von Hoym. Ab etwa 1489 unterhielt auch der Johanniterorden eine Komturei in Droyßig. Mit der Entwicklung von Feuerwaffen verlor die Burg ihre militärische Bedeutung, und der Adel strebte nach repräsentativen Wohnsitzen. Anfang des 17. Jahrhunderts ließ Christian Julius von Hoym die Burg grundlegend zum Renaissanceschloss umbauen, wobei die neuen Gebäude auf den alten Mauern errichtet wurden. 1622 wurde die Schlosskirche über dem ehemaligen Burggraben errichtet.
18. bis 20. Jahrhundert
Über Louise Gräfin von Hoym gelangte das Schloss 1791 an das Haus Reuß. 1839 erwarb Fürst Otto Victor I. von Schönburg den Besitz, der ihn seinem Sohn Prinz Hugo vererbte. Dessen Sohn Heinrich und später seine Witwe Prinzessin Adelheid von Schönburg-Waldenburg besaßen das Schloss bis zur Enteignung 1945 im Rahmen der Bodenreform.
Heutige Nutzung
Bis 1989 befand sich das Zentralinstitut der Pionierorganisation Ernst Thälmann (ZIPO) in den benachbarten Droyßiger Anstalten, den heutigen CJD Christophorusschulen. Die Studierenden nutzten ein Kellergewölbe des Schlosses als Club. Bereits seit 1978 befindet sich hier auch ein Trauzimmer des Standesamtes; viele Räume im Schloss selbst wurden durch private Wohneinheiten genutzt, im Kavaliershaus des Schlosses befinden sich heute die das Schlossrestaurant. Im Schlosspark finden jährlich Veranstaltungen der Gemeinde sowie Konzerte und historische Märkte statt. Ebenfalls im Park befindet sich eine Waldbühne. In der Schlosskirche werden regelmäßig Konzert-, Kabarett- und Theaterveranstaltungen durchgeführt.
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